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Grünstadt - Der Asselheimer Schutzpatron St. Stephanus in Wappen und Siegeln

t_a_wappen01Die erste Kirche in Asselheim war die weit außerhalb des Dorfes gelegene St. Stephan- Kapelle oder St. Stephan im Felde[1], wie sie lange Zeit genannt wurde. Nach Heinrich Conrad bestand diese Kapelle bereits vor 1247, denn bereits 1250 übte ein vom Zisterzienserinnenkloster Rosenthal bestellter Geistlicher die Seelsorge aus. Als Schutzpatron wählte man den Heiligen Stephanus, was ebenso in der Nachbargemeinde Albsheim geschah.
In seinem Buch „Wappen und Siegel der deutschen Städte, Flecken und Dörfer“[2] aus dem Jahre 1928 von Prof. Otto Hupp, München wird das einzige weltliche Asselheimer Wappen wie folgt beschrieben: “Asselheim, Dorf. Geteilt; oben gespalten: vorn in Blau ein  rotbewehrter silberner Adler, hinten in Rot ein aufgerichteter goldener Schlüssel; unten in Grün ein silberner Querbach“ (s. Abb.3).

 

Dieses Wappen erhielt die Gemeinde auf ihren Wunsch hin im Jahre 1927, nachdem der Rat in einer Sitzung am 13. Mai 1925 beschlossen hatte ein Gemeindesiegel zu führen und die ministerielle Genehmigung beantragte hatte. Dieser Genehmigung ging ein sich über zwei Jahre hinziehender Streit voraus. Der erste Entwurf, ebenfalls von Prof. Otto Hupp, Schleißheim bei München, erstellt, zeigte den jahrhundertelang als Siegel verwandten Schutzpatron von Asselheim, den heiligen St. Stephan mit der Elster (Atzel) in der Hand[3] (s. Abb.oben).  Genau diesen Entwurf sendet das Bürgermeisteramt, zusammen mit dem Siegelentwurf, zwei farbigen Wiedergaben und einer beglaubigten Abschrift des Sitzungsprotokolls vom 13. Mai 1925 an das Bezirksamt Frankenthal. Von dort aus wird das Gesuch an das Kreisarchiv in Speyer weitergeleitet. Bereits am 8. Juni 1925 genehmigt das Bayerische Staatsarchiv Speyer den Antrag und schreibt eine ausführliche Stellungnahme an das Bezirksamt Frankenthal. Diese Asselheimer Schutzpatron St. Stephanuslautet: Die beantragte Form des Siegels von Asselheim wird in historischer und heraldischer Beziehung als richtig erachtet; ebenso entspricht bei dem farbigen Wappenentwurf die Farbzusammenstellung. Asselheim hat vor der französischen Revolution in seinem Gerichtssiegel ähnlich wie das benachbarte Albsheim seinen Kirchenpatron geführt. Es war wie dort der heilige Diakon und Märtyrer Stephanus. Während nun der heilige Stephanus von Albsheim auf der rechten Hand drei Steine trägt, weil er bekanntlich zu Tode gesteinigt wurde, hat man zur Unterscheidung dem heiligen Stephanus von Asselheim eine Elster oder Atzel als Anspielung auf den Ortsnamen auf die Hand gesetzt, während er in der Linken die Märtyrerpalme trägt. Ein solcher Siegelabdruck ist aus dem Jahre 1706 vorhanden. Herr Professor Hupp in Schleißheim bei München hat im Einverständnis mit dem bayerischen Hauptstaatsarchiv in München in seinem meisterlichen Entwurf dieses historische Siegel benützt. Um Verwechslungen vollständig auszuschließen, erscheint der Diakon im Wappen von Asselheim blau gewandet im gelben oder goldfarbenen Feld, im Wappen von Albsheim steht er in gelber Gewandung im roten Feld.
 
 

Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass zum gleichen Zeitpunkt die Nachbargemeinde Albsheim a.d. Eis ebenfalls in Speyer einen Antrag auf ein neues Wappen stellt und dieser Vorgang offensichtlich zusammen mit dem Asselheimer Antrag behandelt wurde. Es ist also davon auszugehen, dass beide Gemeinden ordentlich und auf dem Dienstwege informiert wurden, dass sie von nun an ein neues Wappen und Siegel führen durften. Die Unterschiede in den Darstellungen sind gering. Und nun geschieht Erstaunliches. In beiden Gemeinden kommt es nicht zur Verwendung der neu beantragten Wappen und Siegel. Über einen Zeitraum von annähernd ein bis anderthalb Jahren lassen sich im Landesarchiv keine Unterlagen hierüber auffinden. Erst unter dem Datum von 26. November 1926 heißt es plötzlich: „Gemeindewappen von Asselheim; der Gemeinderat bestimmt einstimmig, das von Herrn Professor Hupp entworfene Wappen, enthaltend Adler, Schlüssel, Wellenbalken als Gemeindewappen  und -siegel[4] anzunehmen“.

 

Asselheimer Schutzpatron St. StephanusWarum die freie Steuergemeinde Asselheim den jahrhundertelang verwendete Schutzpatron St. Stephan nicht mehr akzeptierte, ist nicht zu ermitteln und kann nur vermutet werden. Danach war die politische Gemeinde 1926/27 aus konfessionellen Gründen nicht bereit, einen Heiligen in ihr Wappen aufzunehmen. Es gibt einen Hinweis in den Archiven. Dieser betrifft allerdings wieder die Nachbargemeinde Albsheim, in der der Vorgang genauso ablief wie in Asselheim. In einem Schreiben des Staatsarchivs Speyer an das Bezirksamt Frankenthal vom 27. April 1927, das Wappen von Albsheim betreffend, heißt es[5]: dass nach langwierigen Verhandlungen mit der Gemeinde und unter besonderer Berücksichtigung der von den Albsheimer Bürgern gewünschten Änderungen ein neuer Entwurf genehmigt wurde. Also auch hier wird das religiöse Motiv verworfen und durch ein Wappen mit weltlichen Motiven ersetzt. Noch etwas Erstaunliches trug sich zu. Offensichtlich geht der ganze Schriftverkehr des Asselheimer Antrages verloren.

 

So schreibt der Bürgermeister Lehn mit Datum 19. Oktober 1927 an das Bezirksamt Frankenthal[6], bereits unter dem 19. Januar 1927 habe ich Antrag auf Einführung eines neuen Ortswappen und Gemeindesiegel mit den erforderlichen Beilagen dorthin vorgelegt. Da bis heute durch das Staatsministerium eine Entschließung nicht erlassen wurde, glaube ich annehmen zu dürfen, dass der Akt verloren ging. Ich bitte deshalb beim Staatsministerium anzufragen. Auf diese Erinnerung tut sich offensichtlich nichts, denn bereits unter dem Datum vom 22. Februar 1927 mahnt Bürgermeister Lehn erneut[7]: „Die Unterlagen zur Genehmigung eines neuen Wappens wurden unterm 19. Januar 1928 dem Bezirksamt in Vorlage gebracht. Irgendwelche Entschließung ist bis heute hieramts nicht eingelaufen. Mein Ersuchen vom 19. 10.1927 an das Bezirksamt, vom 4. Januar 1928 an das Staatsministerium, blieb unbeantwortet. Es besteht andererseits die Vermutung, dass der gesamte Akt verloren ging. Ich bitte deshalb das Staatsministerium um Auskunft über den Stand der bezeichneten Angelegenheit zu bitten und anhier Bescheid geben zu wollen. Diese Schreiben brachten den gewünschten Erfolg, denn schon am 3. März 1928 sendete der Asselheimer Bürgermeister, wie vom Staatsministerium des Inneren in München verlangt, zwei farbige Nachbildungen des genehmigten Asselheimer Schutzpatron St. StephanusWappens über das Bezirksamt Frankenthal nach Speyer. Seit diesem Zeitpunkt besitzt Asselheim Wappen und Siegel mit den beschriebenen weltlichen Motiven. Nun besaß die Verwaltung der Gemeinde Asselheim natürlich auch vorher ein amtliches Siegel, wobei eine Begriffstrennung, wann man es mit einem Siegel oder einem Wappen zu tun hatte, im täglichen Umgang nicht genau eingehalten wurde. Es hat den Anschein, als hätte man bis zum Erhalt des Hupp’schen Entwurfs mit Adler, Schlüssel und Wellenbalken gar kein Ortswappen besessen. Zu erwähnen ist an dieser Stelle noch, dass die Darstellung von St. Stephan auf Seite eins die erste farbige Originaldarstellung ist, die veröffentlicht werden kann. In der kleinen Ortschronik von Asselheim aus dem Jahre 1967, herausgegeben von Wilhelm Brügel und Karl Stumpf, ist diese Darstellung noch schwarz/weiß. Andere Kopiertechniken standen damals nicht zur Verfügung.

 

Untersucht man die Frage, ob es ein Ortswappen gegeben haben könnte, so ist in den Archiven darüber nichts zu finden. Klar ist, dass über mehrere Jahrhunderte hinweg Siegel verwendet wurden, die alle den Schutzpatron St. Stephan zeigen. Die dem Autor derzeit bekannten sollen im Folgenden beschrieben werden.

 

Asselheimer Schutzpatron St. StephanusEiner der ältesten Hinweise auf ein Siegel mit dem Schutzpatron ist in dem bereits zitierten Buch „Die Wappen und Siegel der deutschen Städte, Flecken und Dörfer“ von Prof. Hupp enthalten (s. Fußnote 1). Hier heißt es: Im Jahre 1450 besaß das [Asselheimer] Gericht noch kein eigenes Siegel, sondern als es mit Graf Hesso von Leiningen eine Urkunde ausstellte, da bat es die Erbern [ehrbaren] Schultheiß und Schöffen des Gerichts zu Grinstadt, dass sie des selbst Ingesiegel by des obengenannten unsers genedigen Herrn Graf Hessen Ingesiegel auch wollen hencken. Es heißt dann weiter: Nach freundlicher Mitteilung des Herrn Geheimrates Dr. Glasschröder war aber eine Giltverschreibung v. J. 1488 bereits mit dem – jetzt völlig zerstörten – Gerichtssiegel von Asselheim bekräftigt. 1517 siegelt das Gericht Asselheim für Mühlheim. Ein dem 17. Jahrhundert  angehörendes: “S·des·Gerichs zv·Asselheim·“ (31mm) zeigt den Patron der Pfarrkirche, den hl. Stephan, der hier aber nicht die üblichen Steine trägt, sondern dem auf der erhobenen Rechten ein Vogel, offenbar eine Atzel (Elster) sitzt.


Asselheimer Schutzpatron St. StephanusZwei etwas unterschiedliche Siegeldarstellungen sind im Landesarchiv in Speyer vorhanden (siehe vorherige Seite). In beiden Fällen ist eine Zuordnung zu einer Jahreszahl nicht möglich.[8] Die dargestellten Originale lagern im gleichen Bestand an unterschiedlicher Stelle mit verschiedenen anderen Archivalien zusammen. Die zweite auf der vorherigen Seite gezeigte Ausführung des Asselheimer Schutzpatrons, wahrscheinlich als Gerichtssiegel, lagert z.B. zusammen mit Urkunden und dem Siegel von Quirnheim aus dem Jahre 1674. Fachleute vermuten in beiden Fällen, dass es sich um Stahlstiche handelt. In einem anderen Fall ist die Datierung eindeutig. Es gibt eine sog. Erbbestandsurkunde[9] aus dem Jahre 1723, ausgestellt von Georg Graf zu Leiningen, Herr zu Westerburg, Oberbrunn, Grünstadt und Forbach – des Heiligen Römischen Reiches Semper Frey. Mit dieser erhalten 25 Asselheimer Bürger unterschiedlich große Ackerflächen zugesprochen. Der Hintergrund, der zu der Neuverteilung von Grund und Boden führte, ist unbekannt. In keinem der befragten Archive war diese Urkunde bekannt, weder im Landesarchiv Speyer, noch im Hessischen Staatsarchiv Wiesbaden, ebenso wenig im Fürstlich Leining’schen Archiv Amorbach. Eine Annahme ist, dass der ursprüngliche Inhaber des Erbbestandes verstarb (Ausfall des männlichen Erben) und die Flächen daher neu verteilt werden mussten. Eine andere Vermutung ist, es könnte eine kriegsbedingte Asselheimer UrkundeVerwahrlosung der Ackerflächen vorgelegen haben, kommt im Text doch das Wort “Caduc“ vor (alter Ausdruck für unbrauchbar). Besagte Urkunde ist in ihrer Ausgestaltung außergewöhnlich reich verziert und enthält ein aufwändig gestaltetes Wachssiegel, welches in eine Holzkapsel eingefügt ist. Auch hier ist der Asselheimer Schutzpatron mit einer Atzel auf der Hand deutlich erkennbar. Im umlaufenden Textfeld ist die Umschrift „Asselheimer Gerichtssiegel“ nur schwer lesbar. Der Leihgeber[10] schreibt über den Erbbestandsbrief: “...es handelt sich um eine Urkunde mit den Maßen 40 x 64 cm. Sie stammt aus Westerburg, wohin sie wahrscheinlich nach der französischen Revolution gelangte. Ursprünglich mit zwei anhängenden Siegeln ausgestattet, ist sie des Leininger Grafensiegels wohl beraubt worden.“ Für den Heimatkundler ist dieser Brief von großem Wert, nennt er doch die Namen von 25 Asselheimer Bürgern, die zudem meistenteils eigenhändig unterschrieben haben. Nur in ganz wenigen Ausnahmen wurden Unterschriften von Vertretern geleistet, die Unterschrift eines Begünstigten fehlt ganz[11]. Die Urkunde selbst ist in keinem guten Zustand, die Schrift ist schlecht lesbar.

 

Asselheimer Schutzpatron St. StephanusEin weiteres Beispiel eines Asselheimer Siegels, welches im Landesarchiv ausfindig gemacht werden konnte, datiert vom 23. August 1814[12]. In einem Schreiben des damaligen Asselheimer Bürgermeisters Thomann an den Kreisdirektor Schonberger in Speyer sendet Thomann, angehängt an eine kleine Papierfahne, ein Siegel aus rotem Lack, den Schutzpatron St. Stephan zeigend. In dem Schreiben erklärt der Bürgermeister, dass er dem Amtsblatt Nr. 7 entnommen habe , dass ein solches Siegelbeispiel an die Verwaltung einzusenden sei, was er hiermit mache. Der Hintergrund einer solchen Anordnung war meist, dass die Bezirksregierung sich von Zeit zu Zeit einen Überblick über die von den örtlichen Verwaltungen eingesetzten Siegeln verschaffen wollte, um doppelt verwendete Siegel oder Wappen zu vermeiden. Das Siegel selbst hat einen Durchmesser von ca. 35 mm und zeigt den Schutzpatron auf einer Wolke schwebend, mit der Friedenspalme in der einen und der Atzel in der anderen Hand. Im Umlauf sind die Worte “Asselheimer Gerichtssiegel“ gut erkennbar.

 

Das hier gezeigte Foto, hergestellt vom Landesarchiv Speyer, stammt aus dem Jahre 1993. Zu diesem Zeitpunkt war das mittels rotem Siegellack hergestellte Siegel noch in relativ gutem Zustand. Leider ist das heute nicht mehr der Fall. Der Verfasser hat bei einer letzten Einsicht in diesen Bestand nur Bruchstücke des Siegels vorgefunden. An dieser Stelle sei nochmals daran erinnert, dass Historiker annehmen, dass die Abbildung des St. Stephan mit der Atzel auf der Hand ein sehr alter Deutungsversuch für die Entstehung des Ortsnamen Asselheim darstellt. Dieser lautete in früheren Zeiten tatsächlich Azulenheim, Azzulunheim, Azalunheim. Atzelnheim aber auch Zazilyheim, Assilnheim.

 

Asselheimer Schutzpatron St. StephanusAsselheim wird zum ersten Mal urkundlich am 7. Mai 767 n.Chr. im Kodex des Klosters Lorsch erwähnt[13]. In dieser Urkunde wird festgelegt, dass die beiden freien Franken Hildwin und Reginfried dem Kloster Lorsch einen Weinberg schenkten, gelegen in Azzalunheim. Der Name leitet sich von „Heim (Dorf) der Azila“ ab, ein nach Christmann[14] altgermanischer weiblicher Vorname. So steht es in allen Chroniken, die sich mit dem Ort Asselheim beschäftigen.[15]

 

Nach dem Ende des Wiener Kongresses  und der Neuordnung Europas bildete die Pfalz die sogenannten Linksrheinischen Kantone des Königreichs Bayern. Ab diesem Zeitpunkt siegelte die Verwaltung Asselheims mit einem einfachen Stempel, der zudem von der Bayerischen Staatsregierung vereinheitlicht wurde. Die individuelle Ausgestaltung von Stempeln und Siegeln ging dadurch verloren und damit der St. Stephan auch. Hinzu kam, dass die Kirchen ebenfalls mit einem Stempel, vorgeschrieben von der Staatsregierung, offizielle Vorgänge besiegelten. Es ist noch zu erwähnen, dass die verwandten Stempel sich mehrfach in ihrem Aussehen Asselheimer Schutzpatron St. Stephanusveränderten. Diese Umgestaltungen folgten teilweise so schnell aufeinander, dass die Asselheimer Verwaltung vorhandene Stempel weiterverwendete und die Neuerungen von Hand einfügte. So gibt es Stempel mit dem Begriff “Verwaltung der Landgemeinde Asselheim“ oder “Bürgermeisterei Asselheim“ und andere mehr. Einige der offiziellen Stempelausführungen sind beispielhaft hier eingefügt[16]. Die letzte größere Veränderung erfolgte, als nach dem Ende des 1. Weltkrieges das Bayerische Königreich zu existieren aufhörte und der Freistaat Bayern entstand. Das weltliche Wappen mit silbernem Adler, goldenem Schlüssel und silbernem Querbach auf grünem Feld wurde nach dem Kenntnisstand des Autors nur einmal verwendet. Das 1825 in Asselheim errichtete Gemeindeverwaltungs-Gebäude, welches gleichzeitig als Schule genutzt wurde, erhielt ein Emailschild mit diesem Wappen. Dieses ist in Asselheim noch vorhanden und wartet darauf, vom heutigen Besitzer des Gebäudes wieder an seinem alten Platz befestigt zu werden.

 

Asselheimer WappenSchlussbemerkung: Der heilige St. Stephan und die St. Stephan Kapelle im Felde beschäftigen den Autor seit mehr als 20 Jahren. Nun sollte man annehmen, dass es innerhalb eines so langen Zeitraumes auch gelang, die wichtigsten Daten und Fakten zusammenzutragen. Tatsache jedoch ist, dass immer noch eine Reihe von Ungewissheiten nicht geklärt ist. So gelang es bisher nicht, nähere Einzelheiten zu dem Diebstahl der Heiligenfigur[17] aus einer Zeit vor Beginn der französischen Revolution durch katholische Bürger aus dem Ort Stetten im Zellertal aus den Archiven heraus zu sichern. Dies wäre deshalb besonders interessant, weil aus einer Zeit, in der die Asselheimer Bürger zu Protestanten wurden, weil die Leininger Grafen den Glauben wechselten, wenig konkretes bekannt ist. Noch eine andere Sache ist ungeklärt. Bei einem Besuch im Landesarchiv Speyer fand der Autor einen Hinweis, nach dem es unter der Bestandsbezeichnung „ C 30, Nr. 38 Folio5, Verso“, ein Gerichtssiegel geben soll, bei dem der heilige St. Stephan angeblich eine Atzel auf der Schulter trägt. Trotz mehrmaliger Nachfragen, auch zu unterschiedlichen Zeitpunkten in verschiedenen hierfür in Frage kommenden Archiven, konnte diese Siegeldarstellung nicht gefunden werden.

 

 


[1] aus: Kloster Rosenthal von Karl-Heinrich Conrad, 2. Auflage, Artcolorverlag Hamm 1992 , S. 71 ff

[2] aus: Die Wappen und Siegel der deutschen Städte, Flecken und Dörfer von Otto Hupp , Verlag: Pfälzische Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften, Speyer am Rhein 1928, Druck: Hof und Kunstdruckerei Dr. C. Wolf & Sohn, München, S. 25 ff

[3] aus: Bayerisches Hauptstaatsarchiv, München, Best. BayHStA NL Hupp 2880/1, mit freundlicher Genehmigung

[4] Weltliches Siegeloriginal in Farbe in Privatbesitz

[5] aus. Landesarchiv Speyer, Best. H 33, Nr. 1099, Schr. 660/2281; Eingl. 4025C

[6] aus. Landesarchiv Speyer, Best. H 33, Nr. 1099

[7] s. Fußnote 2

[8] beide aus: Landesarchiv Speyer, Bestand H3, Nr. 7651 I, fol. 81

[9] Urkunde im Eigentum von I. Heiberger, Heidelberg, als Leihgabe an das Heimatmuseum Grünstadt gegeben. Fotos der Erbbestandsurkunde W. Schmitt, Kindenheim

[10] s. Schriftverkehr zwischen H. Heiberger † und dem Verfasser vom November 1994

[11] ausführliche Textbearbeitung: siehe Asselheimer Dorfblatt, Ausg. 26, Juli 1995, S. 6 ff, Landesarchiv Speyer

[12] s: Landesarchiv Speyer, Bestand Y 10Nr. 12008s

[13] s. Lorscher Kodex, Kopialbuch, CL Nr. 955 (Codex Laureshamensis) 7. Mai 767

[14] s. Die Siedlungsnamen der Pfalz von Dr. Ernst Christmann, Verlag der Pfälzischen Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften, Speyer 1952; S. 27 ff

Christmanns Annahme, der Genitiv Azzalûn im CL (Codex Laureshamensis) spreche deutlich für den Frauennamen, ist unsicher; es könnte sich auch um eine gelegentlich vorkommende Schreibvariante des Kopisten im 12. Jh. handeln.

[15] S. Lorscher Kodex, CL Nr. 954 (Codex Laureshamensis) 19. Juni 772 die “manse Heregus“ betreffend

[16] alle 4 aus: Landesarchiv Speyer, Bestand 337, Bezirksamt Frankenthal, lfd. Nr. 168 a

[17] s. hierzu Aufsatz in: http://www.heimat-pfalz.de; Geschichte allgemein; “ Die Heiligennische im alten Bosweiler Pfarrhaus“ vom gleichen Autor

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