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| Grünstadt, Stadt |
| Autor: Philipp von Zabern Verlag, Mainz |
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Zur frühmittelalterlichen Topographie von Grünstadt (Kreis Frankenthal)
So ergibt sich aus dem archäologischen Befund, daß im Gebiet der heutigen Stadt Grünstadt im Frühmittelalter nicht weniger als 3 fränkische Gehöftsiedlungen bestanden haben, jede mit einem eigenen Gräberfeld, das oberhalb der Siedlung auf einer leichten Anhöhe oder an einem Hang lag.
Bei zweien dieser fränkischen Höfe können wir die Geschichte bis ins Mittelalter hinein verfolgen, denn die Hofstatt im Süden gelangte 875 als königliches Hofgut in einer Schenkung Ludwigs des Deutschen an die Abtei Glandern in Lothringen. Auf dem schon bestehenden Gräberfeld oberhalb der Siedlung wurde dann die Kirche St. Martin errichtet, die urkundlich zwar erst 1121 faßbar ist, aber wesentlich älter sein dürfte. Auch über das Schicksal der Niederlassung im Norden von Grünstadt besitzen wir urkundliche Nachrichten, die hier um 900 einen Fronhof und 14 Bauernhöfe als Besitz des Klosters Weissenburg im Elsaß erwähnen. Auf dem bestehenden Gräberfeld wurde hier ebenfalls eine Kirche errichtet mit dem Patrozinium St. Peter.
Erst 1459 wurden beide Besitzungen zusammengefaßt und in der Hand des Grafen von Leiningen vereinigt, was 1471 äußerlichen Ausdruck fand in der Befestigung des gesamten Dorfes durch einen Graben. Über den dritten fränkischen Hof beim heutigen Friedhof berichten die schriftlichen Quellen nichts, und die archäologischen Funde erlauben nur mittelbare Aussagen. Auffallend ist der Befund merowingischer Brandgräber, der schon erwähnt worden war. Diese Brandbestattungen können durch¬aus als eine Art heidnischer Opposition gegen kirchliche Be¬stattungsvorschriften aufgefaßt werden. Die beiden anderen Höfe im Süden und Norden entwickelten sich weiter und wur¬den im Laufe der Zeit die Keimzellen der Stadt Grünstadt, die sich heute zwischen diesen beiden fränkischen Gehöftsiedlungen ausdehnt.
Das Buch zum Bericht
Führer zu vor- und frühgeschichtlichen Denkmälern Dieses Werk ist leider nur noch über Bibliotheken und Antiquariate erhältlich. Neuere Literatur zu diesem Thema finden Sie beim Verlag Philipp von Zabern. |