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Wachtfels bei der Wegelnburg (Nothweiler, VG Dahn, Landkreis Südwestpfalz) - Burg des Monats Februar 2011
Autor: Jürgen Keddigkeit   

Burgruine Wachtfels (bei der Wegelnburg), Grundriss-Planskizze, 2005 (Entwurf u. Zeichnung: Jochen Braselmann u. Walter Ehescheid)Die Wegelnburg, der Krötenstuhl und der Wachtfels werden allgemein als zusammengehörige Burgengruppe angesehen. Eine spezielle Überlieferung für den Wachtfelsen ist ebenso wie für den unmittelbar benachbarten Krötenstuhl nicht gegeben. Nach Meinung von Wolfgang Schultz bildete der Wachtfels möglicherweise „als Außenburg zusammen mit dem zweiten Felsenturm, dem sog. Krötenstuhl, und der wohl später erbauten Wegelnburg ein zusammenhängendes, das Gipfelplateau umfassendes Befestigungswerk, ehe es zugunsten der vorteilhafter gelegenen Wegelnburg aufgegeben wurde“. Martin Wenz sieht in der kleinen Anlage ebenso wie im benachbarten Krötenstuhl separate „Vorwerke“ der Wegelnburg.

Gehe zu: Geschichte - Baubeschreibung - Topographie

Eine gegenteilige Ansicht vertritt Thomas Biller, der die Anlagen Wachtfels und Krötenstuhl weniger unter militärisch-verteidigungstaktischen Aspekten betrachtet. Er sieht in den Baulichkeiten „als zur eigentlichen Wegelnburg gehörige, sekundär entstandene Sitze von Familienzweigen“. Dieser Meinung schließt sich auch Peter Müller an, der darauf verweist, dass im Raum zwischen Zinsel und Wieslauter die meisten der benachbarten Burganlagen sich jeweils im Besitz einer Familie (z.B. der Fleckensteiner und Winsteiner) befanden. Dies gilt vor allem dort, wo die jüngeren Tochterburgen „innerhalb des Burgbezirks der ältesten Feste entstanden sind“. Peter Müllers Überlegungen treffen in hohem Maße für den Wachtfelsen zu, der in unmittelbarer Nähe zur Wegelnburg befestigt wurde.

 

Ein Indiz für das hohe Alter der Anlage sind nicht nur die grobspiegeligen hochmittelalterlichen Buckelquader, die sich im Graben des Wachtfelsens finden, sondern vor allem die an gleicher Stelle von Ute Siegmund entdeckte glatte gelbweiße und blaugraue Keramik, die für das frühe Hochmittelalter charakteristisch ist. Ebenso wie das Errichtungsdatum ist der Untergang der kleinen Burg unbekannt.

 

Baubeschreibung
Der Burgfelsen, der etwa 15 Meter hoch ist, besitzt auf seinem oberen Felsplateau noch Mauerreste. Auf der Nordseite sind noch drei Steinlagen einer Mauer, bestehend aus stark verwitterten Buckelquadern, zu erkennen. Der Fels ist heute ohne Hilfsmittel nicht mehr zu besteigen. Armierungseisen weisen auf der Westseite auf eine Leiter hin, die den Fels noch vor nicht allzu langer Zeit erschloss. Balkenauflager auf der Südseite verweisen auf einen Anbau in Holz-Lehmtechnik. Manche Balkenauflager sind als Strebenaufl agen zu erkennen. Eine Steinsetzung deutet auf die ehemalige Begrenzung dieses Gebäudes hin.

 

Auch auf der Nordseite zeugt ein senkrechtes Wandgräbchen von einem Anbau. Den Burgfelsen schützte auf der Nordseite eine Trockenmauer. Zusätzlich sicherte ein Halsgraben auf der Westseite, der nach Norden hin sichelförmig ausläuft, den hochaufragenden Burgfelsen. In diesem Graben befi nden sich ein gespaltener Buckelquader minderer Qualität sowie einige Quadersteine. Ein etwa zwei Meter hoch aufragendes Mauerstück auf der Südseite ist der karge Rest der ehemaligen Ringmauer. Die Außenschale dieser Mauer ist völlig abgegangen.

 

Ein Felsgrat zwischen dem Wachtfels und dem sich nordöstlich anschließenden Krötenstuhl weist Bearbeitungsspuren auf. Er wurde wohl als Steinbruch genutzt.

 

 

Topographie
Frei zugängliche Burgstelle, die sich etwa 200 Meter südwestlich der Wegelnburg befindet. Der eigentliche Burgfels ist jedoch ohne Hilfsmittel nicht begehbar.Es handelt sich hierbei um eine Höhenburg.

 

49*3`40,8``N         7*47`7,3``O

RW:3411243        HW:5436603 

 

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lexikon_4b.jpgDer Artikel wurde in gekürzter Form entnommen aus: Pfälzisches Burgenlexikon, Bd. 4, St –Z, hrsg. v. Jürgen Jürgen Keddigkeit, Ulrich Burkhart und Rolf Übel, Kaiserslautern 2007. Teil eins und zwei des 4. Bands des pfälzischen Burgenlexikons beinhalten Artikel über 113 bzw. 89 Burgen, Burgruinen und Burgstellen, ISBN 3-927754-48-X. Dieses Doppelwerk sowie die Bände 1, 2 und 3 sind in allen Buchhandlungen zum von Preis von jeweils € 39.90 erhältlich.

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