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Auswanderung
Zur Geschichte und Zukunft des Pennsylvaniadeutschen in den USA
Autor: Dr. Michael Werner   

Mer schwetze noch die Mudderschprooch!

Vorbemerkung

Manch ein Amerikaner in Pennsylvania ist vertraut mit dem berühmten Zitat von Benjamin Franklin, der sich im 18. Jahrhundert darüber beklagte, dass „die Pfälzer Bauernlümmel sich um unsere Ansiedlungen drängen und, indem sie in Rudeln zusammenwohnen, ihre Sprache und Sitten befestigen zum Verderben der unsrigen (...), dass sie uns germanisieren, anstatt dass wir sie englisieren (zitiert nach: Scherer 1981: 29).

 

Deutsche und amerikanische Linguisten wissen jedoch nur zu gut, wie die Situation in den Zielgebieten der pfälzischen Nordamerikaauswanderung heute aussieht: Sprachen zum Beispiel Anfang des 20. Jahrhunderts 600.000 bis 800.000 Menschen Pennsylvaniadeutsch, jenen Dialekt, über den hier ein kleiner Überblick gegeben werden soll, so sind es heute rund 300.000. Grund genug, gerade jetzt, zu Anfang des 21. Jahrhunderts, einmal zurückzuschauen, aber auch einen Ausblick zu wagen auf die nächsten Jahrzehnte. Wie ist das Pennsylvaniadeutsche entstanden, wie hat es sich weiterentwickelt, und wird es in hundert Jahren überhaupt noch Sprecher geben?

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Zur Entstehung des Pennsylvaniadeutschen (1683-1815)
Autor: Dr. Michael Werner   

Zur Entstehung des Pennsylvaniadeutschen (1683-1815)

1683

deutsche Siedlergruppe gründet „Germantown“

1683-1775 starke Einwanderungswellen, vor allem aus den links- wie rechtsrheinischen pfälzischen Gebieten „Palatines“ als Leitbegriff der Amerika-Auswanderung im 18. Jahrhundert
1776 rund 110.000 deutsche Siedler leben in PA (Gesamtbevölkerung: 225.000)
1776-1783 im Unabhängigkeitskrieg werden aus Pfälzern Amerikaner
bis 1815 faktisch keine Nordamerika-Auswanderung mehr; Auswanderer wenden sich Gebieten in Osteuropa zu.

 

In dieser Zeit zwischen 1783 und 1815 verschmelzen die Heimatdialekte der deutschstämmigen „Neuamerikanern“ - Pfälzern, aber auch Hessen, Württembergern, Schweizern, Elsässern und anderen - zu einer Varietät: dem „Pennsylvaniadeutschen“.

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Heimat Pfalz - Clarita Goldschmidt
Herausgeber: Dr. Theo Schwarzmüller, Direktor des Instituts für pfälzische Geschichte und der Pfalzbibliothek in Kaiserslautern

Clarita Goldschmidt, Geboren 1927 als Klara Mann in Steinbach am Glan (Landkreis Kusel), musste 1938 mit ihrer jüdischen Familie von der Pfalz nach Argentinien auswandern, führte gemeinsam mit ihrem Mann eine Konditorei in Buenos Aires, wo sie heute noch lebt.

Steinbach ist für mich zwar die alte Heimat, aber leben möchte ich nicht mehr hier. Andererseits ist Argentinien nie meine richtige neue Heimat geworden. Für meine Kinder und Enkelkinder ist das ganz anders. Sie sind hier geboren und leben hier. Ich selbst habe das neue Zuhause akzeptiert, was blieb mir anderes übrig. Hier haben meine Eltern, meine Brüder, mein Mann und ich Aufnahme gefunden, als uns die alte Heimat nicht mehr haben wollte.

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Die Auswanderung von sieben Ilbesheimer Familien nach Mittelpolen in den Jahren 1816/17
Autor: Norbert Gottlieb, Ilbesheim   

Wenn von der pfälzischen Auswanderung die Rede ist, denkt man in der Regel an die Auswanderung nach Nordamerika im Verlauf des 18. und 19. Jahrhunderts. Wenig bekannt ist, dass es auch eine pfälzische Auswanderungsbewegung nach Mittelpolen gab, die sich allerdings hauptsächlich auf die beiden Jahre 1816/17 beschränkte.

Nach dem reformierten Kirchenbuch der Gemeinde Ilbesheim/Pfarrei Leinsweiler zog im Jahr 1816 Johann Thomas Dörner (Doerner) mit seiner Ehefrau und zwei Kindern im Alter von 10 und 14 Jahren „nach Polen ohnweit Warschau". Die Tochter Eva, die bereits verheiratet war, blieb zunächst in Ilbesheim zurück. Der bereits 56 Jahre alte Johann Thomas Dörner übte das Schuhmacherhandwerk aus.

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„Der eine kommt ins Pfefferland, der andere in die Krimm!" - Die Gründung der Kolonie Speyer in der Südukraine 1809/10 - Auswanderung aus der Südpfalz nach Rußland.
Autor: Helmut Seebach, Mainz   

„Der eine kommt ins Pfefferland, der andere in die Krimm!“ – Die Gründung der Kolonie Speyer in der Südukraine 1809/10 – Auswanderung aus der Südpfalz nach Rußland. Das russische Auswanderungsfieber grassierte in der Südpfalz im Jahr 1809 wie eine Epidemie! Für einen heutigen Südpfälzer ist kaum nachvollziehbar, dass jemand Haus, Dorf und Heimat für immer verlässt und auf eine bessere Zukunft vertraut, ohne zu wissen, was ihn am fremden Ort erwartet. Und dann noch nach Russland!? Russland!?

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Als Lambrechter nach Mittelpolen auswandern wollten
Autor: Norbert Gottlieb, Ilbesheim   

"Er zog anno 1816 mit seinen Kindern nach Polen ohnweit Warschau" - Die pfälzische Auswanderung nach Mittelpolen in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts (ISBN 978-3-00-026821-2) In den Jahren 1816/17 erlebte die Pfalz eine Massenauswanderung, die nicht nach Nordame­rika oder in das Schwarzmeergebiet führte, sondern nach Mittelpolen in die Gegend von Lodz und von Warschau. Auslöser war eine Hungerkrise sowie die Werbetätigkeit von Agenten, die Siedlern außer der Zuteilung von Land großzügige Unterstützungen wie Reisegelder, Hil­fen beim Wohnungsbau, Ausstattung mit Geräten, Vieh usw. durch die Behörden vorgaukel­ten. Das Unternehmen endete für die meisten der Verführten mit einer Katastrophe. Sie kehr­ten als Bettler zurück.

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Die Auswanderung aus Lachen und Speyerdorf nach Mittelpolen
Autor: Norbert Gottlieb, Ilbesheim   

In den Jahren 1816/17 erlebte die Pfalz eine Massenauswanderung, die nicht nach Nordame­rika oder in das Schwarzmeergebiet führte, sondern nach Mittelpolen in die Gegend von Lodz und von Warschau. Von allen pfälzischen Gemeinden stellten dabei Lachen zusammen mit der Nachbargemeinde Speyerdorf das größte Kontingent. Etwa 40 Familien, wahrscheinlich waren es sogar mehr, also bestimmt über 150 Personen, kehrten ihren Heimatorten den Rü­cken, die meisten von ihnen im Jahr 1816.

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